Dann war es endlich so weit. Am 22.07. ging mein Flug von Cancun nach Vancouver – und ich war zum ersten Mal ohne Begleitung. Trotz der diversen Reisen dich ich schon gemacht habe war es irgendwie „aufregend“, jetzt nach so langer Zeit „on the road“ plötzlich keinen Menschen mehr neben mir zu haben mit dem ich die Erlebnisse teilen konnte.
Abgesehen von dieser Veränderung wartete dann endlich der zweite Abschnitt meiner Weltreise auf mich – mehr als 2 Monate mit dem Auto durch Kanada, USA und Hawaii 🥳. Ich habe mich sehr auf Kanada gefreut…das war schon lange ein Land auf meiner Liste und bisher waren alle Kanadier die ich bis dato kennengelernt hatte echt sympatisch.
In Vancouver angekommen hieß es erst mal eine Nacht zu überbrücken, bevor es am nächsten Tag weiter nach Vancouver Island (Victoria) ging. Vancouver City hatte ich mir für den Schluss meiner Kanada-Reise aufgehoben. Gesagt, getan, Mietwagen und Airbnb klar gemacht und am nächsten Tag ging es dann ohne große Umwege auf die Fähre und in mein erstes Hostel im 6er-Dorm-Room 😂. Was soll ich sagen, es war eine Erfahrung mit 40+ in so einer Location abzusteigen…und keine schlechte. Das anfängliche „I’m an Alien“-Feeling hatte sich schnell gelegt, nachdem auch weitere 40, 50, 60+ Leute oder Paare mit Kindern im Hostel unterwegs waren. Das Klischee, es wäre nur was für 20-jährige Lisas mit Abitur-Burnout kann ich aktuell zumindest nicht bestätigen. Im Zimmer habe ich dann gleich n netten Aussteiger-Dänen kennengelernt mit dem ich abends um die Häuser gezogen bin. Auch andere Zimmergenoss(in)en habe ich später in diversen anderen Hostels nochmal wieder getroffen.
Die Stadt Victoria fand‘ ich sehr entspannt nice, und da kam zum ersten Mal das „Alleine-auf-Weltreise-Feeling“ auf. Das obligatorische Whale-Watching hab ich – im strömenden Regen im offenen Boot – auch gleich mitgenommen (und wurde mit Orcas und Buckelwalen belohnt 😎). Ansonsten lief alles eigentlich wie erwartet…zumindest die ersten drei Tage 😂.
Nach Vitoria stand Tofino auf dem Plan…ein schönes Küstenstädtchen, irgendwo in Mitten von pittoresken Wäldern und mit tollen Ständen zum Surfen…so zumindest wurde es mir erzählt – leider habe ich es nie gesehen 😬. Auf meiner Fahrt dorthin war leider die Straße auf unbestimmte Zeit gesperrt (Wind und Waldbrände), und da es nur eine Straße gibt hieß es entweder warten, oder sich eine andere Lösung suchen. Da einige Locals mir im Stau was von „Übernachtung im Auto“ erzählten, habe den Plan dann spontan umgeschmissen und bin leider verfrüht von Vancouver Island abgereist. Zum Glück hat mit der Fähre alles geklappt, so dass ich mein nächstes Ziel, Whistler, in den Abendstunden noch anfahren konnte. Durch den Wegfall von Tofino hatte ich ganze 5 Nächte in Whistler, und hab es recht langsam angehen lassen. Das Städtchen (vielleicht bekannt von den Olympischen Winterspielen 2010) war ganz süß, nur leider komplett mit Fahrrad-Verrückten überfüllt wegen eines 9-tägigen Mountainbike-Events. Anyway, ich hab die Zeit genutzt um ein wenig zu Wandern, mir die üblichen Touri-Highlights zu geben, oder einfach im Kaffee zu sitzen und ein wenig digitalen Kram zu machen – mega, so hatte ich mir die Weltreise vorgestellt 😎.
Von Whistler gings weiter nach Jasper, dem nächsten Nationalpark und dem nächsten Highlight. Auch hier war natürlich wieder ein Hostel mit Mehrbettzimmer angesagt, aber daran hatte ich mich schon fast gewöhnt. Wie sehr man plötzlich zu schätzen weiß wenn man mal seine 5min Ruhe hat oder einfach mal „gut“ schlafen kann 😂. Jasper ist der Beginn des „Icefields Parkway“, eine Scenic Route innerhalb der Rocky Mountains. Die nächsten Tage war ich also wieder damit beschäftigt mir diverse Seen und Wasserfälle in den Bergen anzuschauen. Auch wenn das Wetter nicht immer auf meiner Seite war, die Landschaft in der Region ist echt traumhaft. Nebenbei hab ich dann auch noch n Bären und ein paar Elche gesehen, denen man beiden lieber nicht zu Nahe kommt 😂.
Neben den üblichen Sights war alles ziemlich entspannt. Sprache, Kultur & Umgang ist dann doch recht „bekannt“ und daher wirklich einfach…was mich wieder umgehauen hat waren die Preise. Ich weiß nicht ob Deutschland einfach so günstig ist, oder ob ich falsche Vorstellungen habe, aber die üblichen 8 $ Kaffee oder 60 Euro für n 6-Bett-Zimmer waren normal…
Die nächsten Tage ging es den besagten Icefield Parkway hoch und runter, bis ich schlussendlich dann meine nächste Unterkunft in Banff hatte. Auch hier wieder mehrere Tage, und auch hier habe ich wieder nette Leute im Hostel kennengelernt mit denen ich gemeinsam den Abend mit ein paar Bierchen und Kanadisch-Amerikanisch-Deutschen-Stereotype-Gesprächen verbracht habe 😂. In Banff ging es dann übrigens noch zu den absoluten Kanada-Insta-Spots, nämlich Lake Louise und Moraine Lake. Ich hatte schon 1000.de Fotos auf den üblichen Foto-Pages gesehen…und die Realität ist natürlich „anders“ 😂. Touri-Massen, kein Sonnenaufgangs-Licht, kein Photoshop…aber dennoch, man sollte ja mal da gewesen sein. Was ich mir übrigens gespart habe war das Kanu-Rental auf einem der Seen. Wird immer als Top 1 ToDo angepriesen…für geschmeidige 50, nein, 100, nein, 140 (!!) Kanadische Dollar (+ Tax), also ca. 110 €. Die spinnen die Kanadier. Ich hab mich in dem Moment gefragt ob es überhaupt irgend eine Touri-Attraktion in Europa gibt die 100+ Euro für eine Stunde kostet…mir ist keine eingefallen…